Hortus Cannawurfiensis

Illustration aus Peschels Garten-Ordnung
Illustration aus Peschels Garten-Ordnung

Aus Thüringen stammt ein unschätzbar wervolles Zeugnis für die Entwicklung der deutschen Gartenarchitektur und Kulturlandschaft: Johann Peschels GARTEN ORDNUNG, geschrieben in Orlishausen bei Sömmerda im Jahre 1597. Nur wenige Originalexemplare dieser Auflage sind erhalten geblieben, so zum Beispiel in der Universitätsbibliothek Halle/Saale. Dieses Werk gilt als das älteste europäische Gartenkunstbuch. Es beschreibt auf 276 Seiten minutiös die theoretischen und theologisch-philosophischen Grundlagen aus der Frühzeit der europäischen Gartenkunst aus einem etwas abgelegenen Winkel der damaligen Welt. Die ersten Renaissancegärten entstanden mit dem Aufkommen des neuen humanistischen Menschenbildes in Italien, kurze Zeit später in Frankreich. Peschels GARTEN ORDNUNG kann jedoch als für seine Zeit recht modern angesehen werden, denn er widmet z.B. den erst um 1550 in Italien aufgekommenen Labyrinthen ein ganzes Kapitel mit vielen Abbildungen und selbst entworfenen Musterzeichnungen. Peschel hat das Entwerfen eines Renaissancegartens so eingehend beschrieben wie kein anderer Autor der Renaissance. Da kaum weitere aussagefähige Zeugnisse über dieses Thema erhalten sind, ergibt sich aus Peschels Werk die einmalige Möglichkeit, einen Mustergarten der Renaissance mit größtmöglicher Authentizität nachzubilden und damit ein historisches kulturlandschaftliches Element wieder entstehen zu lassen, das ein breites öffentliches Interesse einnehmen dürfte.

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